Organisationskomitee des Ultra-Bikes rodete Balzflächen
Bereits zum fünften Mal machten sich am vergangenen Samstagmorgen Mitglieder des Organisationskomitees (OK) vom „Black Forest ULTRA Bike Marathon“ aus Kirchzarten auf den Weg, um auf den Schwarzwaldhöhen im Balzrevier des geschützten Auerwildes Freiflächen für „Landebahnen“ zu schlagen. Diesmal räumten sie mehrere Stellen unterhalb des Feldberges zwischen Baldenweger Hütte und Raimartihof von störendem Unterholz frei. Verantwortlich für die Aktion war auch diesmal wieder der Naturschutzexperte im OK, Horst Pethig. Mit Rücksicht auf das Auerwild hatte das OK von Mitteleuropas größter Mountainbike-Marathon-Veranstaltung vor einigen Jahren einige Streckenabschnitte verändert und sich für den persönlichen Einsatz in Auerwildgebieten entschieden.
Doch bevor es an die Rodungsarbeiten ging, informierte Stefan Bächle von der Abteilung Artenschutz in der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA) über die Entwicklung des Auerwildes im Schwarzwald. Seit rund zehn Jahren sei ein gleichbleibender Bestand festzustellen. Die an den Balzplätzen gezählten männlichen Tiere ließen auf einen Bestand von rund 600 Tieren insgesamt schließen. Im Nordschwarzwald sei das Aufkommen leicht erhöht. Dort hätte der Orkan Lothar vor zehn Jahren durch enormen Windbruch gute Lebensbedingungen für das Auerwild geschaffen. Stefan Bächle dankte dem OK für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren und für die alljährliche Waldarbeit.
Interessante Informationen gab es dann von Sabrina Streif, die gemeinsam mit Michael Hardtfelder in der FVA im „Luchs-Projekt“ arbeitet. Über die Ansiedlung des Luchses wird im Schwarzwald seit einigen Jahren diskutiert. Da im Mittelalter Tiere in Nutz- und Schadtiere eingeteilt wurden, sei es zu einer systematischen Ausrottung des als „Überraschungsjäger“ gefürchteten Luchses gekommen. Seit 1770 habe es im Schwarzwald keine Luchse mehr gegeben. In den 1970er Jahren wäre der Luchs in der Schweiz und in Slowenien wieder gezielt angesiedelt worden. In Deutschland habe es im Harz sowie im Böhmer- und Pfälzer Wald und sogar im Schwarzwald immer vereinzelte Luchsvorkommen gegeben. Sabrina Streif stellte den Luchs mit seinen besonderen Merkmalen, seinem Jagdverhalten und den Spannungsfeldern mit der Landwirtschaft, der Jagd und der Bevölkerung ausführlich vor. Im FVA-Luchs-Projekt würden alle gemeldeten Beobachtungen festgehalten. Von einer Population in Baden-Württemberg sei nichts festzustellen und auch Einwanderungen aus der Schweiz und dem Elsass seien wegen des Rheingrabens eher unwahrscheinlich. Weitere Infos können unter www.ag-luchs.de nachgelesen werden. Nach der erledigten Waldarbeit trafen sich die OK-Mitglieder wieder in der Baldenweger Hütte, wo sie Stefan Bächle im Namen der „Sielmann-Stiftung“ zu einer zünftigen Brotzeit einlud.

