KIRCHZARTEN bei Freiburg
19. Juni 2016
 
 

ULTRA Bike mit Hühneraugen

Große Teile der Strecke führen im Schwarzwald entlang geschützter Gebiete, in denen viele Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind. Zu diesen zählt auch das inzwischen selten gewordene Auerhuhn. Nur noch etwa 600 dieser scheuen Urvögel leben in den Hochlagen des Schwarzwaldes - und bevorzugen damit gerade die Gebiete, die auch für Mountainbiker und andere Bergsportler besonders interessant sind. Rücksichtnahme liegt daher in unserer aller Verantwortung.

AuerhuhnBesonders im Frühjahr und im Sommer zeigt sich das Auerhuhn gegen jede Störung äußerst sensibel. Hahn und Henne benötigen vor allem während der Paarungszeit Ende April bis Anfang Mai Ruhe, denn wird das ausführliche Liebesspiel gestört, vergehen womöglich die wenigen Tage, ohne dass es zur Befruchtung kommen kann. Sind dann die Küken im Juni glücklich auf der Welt, werden sie von einer fürsorglichen Mutter beschützt, die sehr sensibel auf jeden Störeinfluss reagiert. Ist eine - wenn auch nur vermeintliche - Gefahr im Verzug, verstreuen sich die Küken auf Zeichen der Henne in der Umgebung. Insbesondere bei kühlfeuchter Witterung kühlen die winzigen Küken schnell aus, was leicht das noch junge Leben kosten kann.

Neue Wege zum Ziel...

Um eine mögliche Beeinträchtigung der Auerhühner während der Aufzuchtzeit der Jungen zu minimieren, wurde in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Wildökologen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg der bisherige Streckenverlauf in einigen für das Auerwild kritischen Bereichen geändert. Bei der gemeinsamen und sehr aufwändigen Planung - auf der Karte und im Gelände - wurde auf zweierlei gleichzeitig geachtet: die neue Streckenführung sollte die für das Auerhuhn wichtigsten Bereiche wie Balz-, Brut- und Aufzuchtsgebiete möglichst umgehen und gleichzeitig die sportlichen und landschaftlichen Anforderungen der Mountainbiker erfüllen.

...wir alle sind Sieger...

Zunächst galt es, die zuständigen Behörden, Gemeinden und Privateigentümer in vielen Verhandlungen mit ins Boot zu holen. Ein aufwändiges Unterfangen, denn auf keinen Fall sollten die Sicherheitsaspekte unter der neuen Wegführung leiden und die Rettung im Notfall genauso vorbildlich wie bisher funktionieren. Aber nachdem auch bei der Polizei, Bergwacht und Feuerwehr das neue Streckenkonzept Zustimmung fand, die Eigentümer überzeugt werden konnten und schließlich die Genehmigungsbehörden "grünes Licht" signalisierten, war das Ziel erreicht.

Die Verantwortlichen können nun eine Strecke präsentieren, die noch mehr als bisher die Belange des Naturschutzes berücksichtigt und zudem an sportlicher und landschaftlicher Attraktivität gewonnen hat. Gewonnen haben wir alle, denn da die "Lebensraumzentralen" der scheuen Waldvögel in den großflächigen Waldgebieten zu finden sind, die Sportler aber Abwechslung bevorzugen und gerne die grandiosen Aussichten über die offenen Wiesen und Täler des Schwarzwaldes genießen, konnten mit Umsicht und Verantwortung neue Wege gefunden werden, von denen sowohl Mensch als auch Auerhuhn profitieren.

Wer sich nun auf die neue reizvolle Strecke begibt wird das Wesen des Mountainbike-Sports als Natursportart auf seine schönste Weise "erfahren" und eindrucksvoll erleben, warum nur durch den sorgsamen und schonenden Umgang mit der Natur die Faszination "Black Forest ULTRA Bike Marathon" auf Dauer gesichert und in seiner Bedeutung für die ganze Region erhalten werden kann.


Black Forest ULTRA Bike Marathon e.V., Oberriederstr. 3, D-79199 Kirchzarten, Tel. +49 (0) 76 61 / 98 96 50, eMail: